Naturerfahrung Beringer in aller Munde
Neue Schmetterlingsstation auf dem Naturerlebnisweg in den Vilsauen – heimische Arten entdecken und schützen.
Naturerlebnisweg Vilsauen, Vilsbiburg Im Onlinearchiv veröffentlicht: 15.10.2023 ·
Den Schmetterlingen auf der Spur.
Naturerlebnisweg Vilsauen
Die faszinierende Welt der Schmetterlinge.
Sie sind bunt, zart und teilweise
ausgesprochene Spezialisten:
Schmetterlinge bieten nicht nur
schöne optische Eindrücke,
sondern faszinieren auch
durch ihre Lebensweise.
Wer mehr über die heimischen Arten
erfahren möchte, kann sie jetzt
bei einem Spaziergang entlang
der Buja-Allee an der Vils
näher kennenlernen.
Kurz vor der Brücke zum Stadtbad
wurde eine neue Informationstafel
über Schmetterlinge offiziell
von Robert Beringer und
Bürgermeister Helmut Haider
vorgestellt.
Spezialisten mit besonderen Ansprüchen.
Viele Schmetterlingsarten führen
ein ausgesprochen spezialisiertes
Leben. Sie sind auf bestimmte
Nahrungspflanzen oder bevorzugte
Lebensräume angewiesen.
Genau diese Spezialisierung
bringt die Tiere häufig
in Konflikt mit den Veränderungen,
die der Mensch in der Landschaft
verursacht.
Robert Beringer erklärte,
dass manche Schmetterlinge
eine ganz bestimmte Pflanzenart
zur Eiablage oder als Nahrung
benötigen. Verschwindet diese
Pflanze, kann auch die entsprechende
Schmetterlingsart verschwinden.
Häufigeres Mähen von Wiesen,
intensive landwirtschaftliche
Nutzung und Düngung wirken
sich negativ auf die Blumenvielfalt
aus und entziehen vielen
Schmetterlingen ihre Lebensgrundlage.
Der Insektenkundler Erwin Scheuchl
machte bei der Vorstellung
der neuen Schautafel deutlich,
dass sich der Rückgang
der Schmetterlinge in den
vergangenen Jahren weiter
beschleunigt habe.
Zusätzlich belastet künstliche
Beleuchtung vor allem
nachtaktive Falter.
Viele werden vom Licht
angezogen und dadurch
in ihrem natürlichen
Verhalten gestört.
Informationen über 16 heimische Arten.
Die neue Schmetterlingsstation
liegt am Ufer der Vils
und stellt insgesamt
16 heimische Schmetterlingsarten
vor.
Neben allgemeinen Informationen
über die Insekten werden
ihre bevorzugten Nahrungspflanzen
und besonderen Merkmale erklärt.
Auf Metallklappen sind
Abbildungen der einzelnen
Schmetterlinge zu sehen.
Wer die Klappen anhebt,
entdeckt darunter die Namen
und weitere Informationen
zu den jeweiligen Arten.
Damit folgt die neue Station
dem bewährten interaktiven
Konzept der übrigen
Informationstafeln am Vilsufer,
die unter anderem Fische
und weitere Tiere
der Flusslandschaft vorstellen.
- 16
- Heimische Schmetterlingsarten
- 1.000
- Schüler besuchten im Vorjahr die Naturerlebnisangebote
- Interaktiv
- Wissen entdecken durch aufklappbare Elemente
Naturerfahrung für alle Generationen.
Die Umsetzung der Schmetterlingsstation
lag in den Händen der Firma
Beringer Naturerfahrung.
Sie hat neben dem Erlebnisweg
in den Vilsauen auch das
Naturerlebnisareal am Rettenbach
umgesetzt.
Dort wurden ebenfalls neue
Informationstafeln installiert,
die sich mit dem Lebensraum
Hecke beschäftigen.
Mit seinen Naturerlebnisangeboten
möchte Robert Beringer vor allem
das Interesse von Kindern
und Jugendlichen an Natur
und Umwelt wecken.
Im Jahr vor der damaligen
Berichterstattung besuchten
rund 1.000 Schülerinnen und Schüler
die Angebote an der Vils
und am Rettenbach.
Das Angebot richtet sich
jedoch nicht nur an Schulklassen.
Auch Kindergartengruppen
und Erwachsene können
die Naturerlebnisstationen
im Rahmen organisierter
Führungen entdecken.
Begleitende Arbeitsbögen,
die über die Stadt erhältlich
waren, ermöglichen eine
vertiefte Beschäftigung
mit den verschiedenen
Naturthemen.
Die Neugier auf die Natur bewahren.
Robert Beringer machte bei
der Vorstellung deutlich,
dass viele Menschen einen
immer größeren Teil
ihrer Zeit in künstlich
gestalteten Lebenswelten
verbringen.
Gerade deshalb seien
unmittelbare Naturerfahrungen
von besonderer Bedeutung.
Seine Projekte sollen
die natürliche Neugier
von Kindern erhalten
und bei Erwachsenen
wieder neu wecken.
Bürgermeister Helmut Haider
unterstrich, dass die Stadt
mit Robert Beringer einen
Fachmann gefunden habe,
der Naturthemen für
alle Generationen
verständlich aufbereite.
Deshalb stellte der Stadtrat
erneut finanzielle Mittel
bereit, um die Erlebnispfade
am Rettenbach und an der Vils
weiter auszubauen.
Die Schautafeln sollen
das Bewusstsein dafür schärfen,
welche Vielfalt in der Natur
vorhanden ist und welche
Lebensräume geschützt
werden müssen.
Eine Informationstafel als Mahnung.
Ob alle 16 auf der neuen
Informationstafel dargestellten
Schmetterlingsarten tatsächlich
noch in und um Vilsbiburg
vorkommen, konnten Robert Beringer
und Erwin Scheuchl angesichts
des starken Artenrückgangs
nicht sicher sagen.
Umso wichtiger sei es,
die Menschen über die
Lebensbedingungen der
Schmetterlinge zu informieren
und für den Schutz
ihrer Lebensräume
zu sensibilisieren.
„Wenn alle Arten weg sind, wäre das hier nur noch ein Denkmal.“
Mit diesen Worten machte
Robert Beringer deutlich,
wie ernst die Situation
vieler heimischer
Schmetterlingsarten ist.
Zugleich gab er einen
einfachen Tipp für
den eigenen Garten:
„Lassen Sie Brennnesseln stehen. Das ist nämlich für Schmetterlinge eine der wichtigsten Pflanzenarten.“
Die neue Schmetterlingsstation
soll deshalb nicht nur
Wissen vermitteln,
sondern auch dazu anregen,
selbst einen Beitrag
zum Erhalt der Artenvielfalt
zu leisten.
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